Bildungsinitiative „Wrangelkiez macht Schule“

Hand in Hand zum Erfolg - Der Bildungsverbund „Wrangelkiez macht Schule“ feierte 2015 seinen zehnten Geburtstag – und konnte mächtig stolz sein auf das Erreichte.


Fotos: Sabine Münch

Beim letzten Plenum wurde auf einer Art Wandzeitung dokumentiert, was in den vergangenen zehn Jahren alles auf die Beine gestellt wurde. „Ein irres Portfolio“, findet Kerstin Wiehe, die von Anfang an als Prozessmoderatorin dabei ist. „Wir haben etliche Tagungen besucht, Fortbildungen gemacht, Exkursionen unternommen und vieles mehr.“

Die Vision, mit der man vor zehn Jahren angetreten war: den ganzen Stadtteil zu einem Ort des Lernens zu machen. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Kiez sollten die bestmöglichen Bildungschancen geschaffen werden. Im Bildungsverbund ziehen alle im weitesten Sinn mit Bildung befassten Akteure an einem Strang.

Zum offenen Plenum, das sich einmal im Monat trifft, gehören Einrichtungen wie das Familien- und Nachbarschaftszentrum, die Kita Cuvrystraße, das Mädchenzentrum Alia, das Jugendprojekt Kreuzer und natürlich die Initiatoren: die Fichtelgebirge-Grundschule, das Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg sowie das Quartiersmanagement. Zahlreiche Ideen wurden in diesem Kreis geboren, es wurden einrichtungsübergreifende Projekte entwickelt und die Eltern eingebunden.  Außerdem gibt es noch eine Steuerungsrunde und bei Bedarf thematische Arbeitsgruppen.

Die Erfolge des Netzwerks sind messbar. So hat sich in den ersten Jahren der Anteil der Kinder, die eine Realschul- oder Gymnasialempfehlung bekommen, verdoppelt. Für die einstige „Problemschule“ Fichtelgebirge-Grundschule gibt es mittlerweile mehr Anmeldungen als freie Plätze. Und was genauso wichtig ist: die Schule hat das Vertrauen der Eltern zurückgewonnen.

Viele Mütter und Väter engagieren sich im Elterncafé, besuchen Deutschkurse in der Schule ihrer Kinder oder unterstützen andere Eltern. Auch nach der Beendigung der Quartiersmanagement-Arbeit wird das Netzwerk weiter seine Fäden spinnen, wobei alle Beteiligten hoffen, dass es für die Prozessmoderation eine Finanzierung geben wird.

Das Wichtigste wurde also erreicht. Und wohin geht die Reise jetzt? „Es geht künftig darum, den Ansatz der vorurteilsbewussten Erziehung auch weiter in den Einrichtungen zu verankern und entsprechende Projekte zu entwickeln“,  sagt Emine Başaran vom Quartiersmanagement Wrangelkiez.

Außerdem gilt es, den so wichtigen Übergang von der Grundschule zur Oberschule weiterhin zu begleiten und hier auch die Zusammenarbeit mit der Refik-Veseli-Schule zu verstärken. Sowohl das Mädchenzentrum Alia als auch das Familien- und Nachbarschaftszentrum haben zudem neue Träger – das bringt frischen Wind und hoffentlich viele neue Ideen und Kooperationen.

Web: www.wrangelkiez-macht-schule.de

Text: Birgit Leiß